Anti-Stigma-Kampagne "Wo ist die Grenze?"

Wir wollen mit Plakaten und ihren auffälligen Motiven sowie durch viele weitere Veranstaltungen auf psychische Krankheiten aufmerksam machen und darüber aufklären. 

Wir wollen auf psychische Erkrankungen aufmerksam machen und die Diskussion anregen. Psychische Erkrankungen sind Teil des Alltags. Psychisch Erkrankte sind „normal“. Die Grenze zwischen Normalität und psychischer Erkrankung ist unscharf.

Wichtig ist es, nicht wegzuschauen, wenn es Probleme gibt. Wichtig ist es auch, Menschen mit psychischen Erkrankungen nicht auszugrenzen und nicht zu diskriminieren. Psychische Erkrankungen sollten – genauso wie körperliche Erkrankungen – als zum Leben zugehörig wahrgenommen werden.

Es gibt immer noch viele Gerüchte und Ängste im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen und deren Behandlung. Wir wollen daher über die Erkrankungen und die Behandlungsmöglichkeiten informieren.

Zudem informieren wir im Rahmen unserer Vortragsreihe sowie auf weiteren Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Consumenta. Alle Veranstaltungen sollen dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen. Hier ist ein Überblick der Veranstaltungen

Psychische Erkrankungen sind gut behandelbar. Dabei gibt es für Betroffene und Angehörige verschiedene Ansprechpartner und Organisationen, an die man sich wenden kann. Neben den Kliniken und Ambulanzen gibt es beispielsweise den Krisendienst Mittelfranken, aber auch Selbsthilfe- und Angehörigengruppen.

Auf dieses vielfältige mittelfränkische Netz verweisen wir sowohl auf unserer Homepage als auch auf den Postkarten, die zeitgleich mit der Plakataktion verteilt werden.

 

Unsere Kampagne erregt Aufmerksamkeit und ist bewusst provokant gestaltet. Sie ist ein Ergebnis unseres Markenprozesses, bei dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirkskliniken Mittelfranken deutlich gemacht haben, wie wichtig es Ihnen ist, mit psychiatrischen Themen offensiver an die Öffentlichkeit zu gehen. 

Eine starre Grenze zwischen „normal und verrückt“ bzw. „psychische gesund oder krank“ gibt es nicht. Wir wollen, dass sich die Betrachter mit dieser Grenze  beschäftigen, und wir wollen weg von der Schwarz-Weiß-Malerei. Die Übergänge sind fließend.

Wenn man die Grenze überschritten hat, kann man auch wieder zurück. Die Grenze ist in beide Richtungen durchlässig. Ziel wäre es somit auch, die Grenzen im Kopf und in der Gesellschaft zu verändern, um psychische Erkrankungen als einen normalen Teil des Lebens wahrzunehmen.

Die Bilder drehen sich im Wesentlichen um die Krankheitsbilder aus dem Bereich der Depression/Burn-Out, der Sucht und der Essstörungen. Diese Krankheitsbilder wurden gewählt, da hier durch die Bildsprache auf Anhieb verständliche Eindrücke entstehen.

Die komplexen Facetten von psychischen Erkrankungen kann die Kampagne weder für diese Krankheitsbilder noch für fotografisch schwieriger darstellbare Erkrankungen abbilden. Daher ist ein wichtiges Ziel der Kampagne auf psychische Erkrankungen aufmerksam zu machen und die Diskussion und das Interesse anzuregen.

Die gezeigten Bilder und Erkrankungen sind somit stellvertretend für alle psychischen Erkrankungen zu sehen.

Nein. Eine klare Bildsprache erhöht die Aufmerksamkeit. Dies macht Stigmatisierungen bewusst und fördert die Diskussion. Jeder kennt aus der eigenen Familie, dem Freundes- oder Bekanntenkreis Menschen, die psychisch erkrankt sind oder die sich an der Grenze zu einer Erkrankung bewegen.

Die Bilder zeigen daher das, was alle kennen und fordern dazu auf, hinzusehen. Eine Form der Stigmatisierung ist es nämlich auch, psychische Kranke zu ignorieren, so zu tun, als wenn es sie nicht gibt. Dabei sind psychische Erkrankungen Teil des Alltags und das zeigen wir.

Die Bezirkskliniken Mittelfranken haben einen Markenprozess durchschritten. Lebensmutig – selbstbestimmt – stark ist die Kurzfassung der Markenbotschaften. Diese wirken sowohl nach innen als auch nach außen. So dienen sie zum einen als Selbstbeschreibung:

Wir denken lebensmutig.

Wir handeln selbstbestimmt.

Wir sind stark.

Ebenso wichtig ist aber, dass die Markenbotschaften auch die Aufgabe der Bezirkskliniken Mittelfranken aus der Unternehmenskultur heraus beschreiben. So wollen wir unsere Patienten und Bewohner dazu befähigen

lebensmutig zu denken.

selbstbestimmt zu handeln.

stark zu sein.

Hier finden Sie ausführlichere Informationen zur Marke der Bezirkskliniken Mittelfranken.

 

Über die erste Runde unserer Anti-Stigma-Kampagne hat die Presse ausführlich berichtet. Die Artikel waren durchweg positiv. Auf der Consumenta-Messe im Oktober 2016 konnten wir die Kampagne außerdem auf der Showbühne der Nürnberger Nachrichten präsentieren. 

Frühjahr 2017

  • 28.04.2017: Radio 8 - Interview (veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung von Radio 8)
  • Teil 1
  • Teil 2
  • 06.04.2017: Hersbrucker Zeitung: „Noch normal?“
  • 29.03.2017: Woche im Pegnitztal: „Kampagne in Runde zwei“
  • 24.03.2017: Weißenburger Tagblatt: „Wo ist die Grenze?“ Große Infokampagne
  • 18.03.2017: Fränkische Landeszeitung: „Bezirkskliniken setzen Kampagne fort“

Herbst 2016

  • 05.10.2016: Nürnberg Zeitung: „Bezirkskliniken wollen Tabu brechen“
  • 05.10.2016: Bayerische Rundschau: Frankenschau 
  • 05.10.2016: Hersbrucker Zeitung „Bewusst provokante Plakat-Aktion“ 
  • 06.10.2016: Nürnberger Nachrichten: „Was ist noch normal und was schon psychisch krank?“ 
  • 06.10.2016: Fränkische Landeszeitung: „Gegen ein Tabu: Wo ist die Grenze?“
  • 07.10.2016: Radio Z: Sendung Durchgeknallt 
  • 08.10.2016: Hilpoltsteiner Kurier: „Seelische Gesundheit“ 
  • 11.10.2016: Nürnberger Zeitung: „Stören ausdrücklich erwünscht“
  • 11.10.2016: Hilpoltsteiner Kurier: „Die Grenze ist durchlässig“ 
  • 22.10.2016: Landkreisjournal Neustadt/Aisch: „Was ist schon normal?“ 
  • 26.10.2016: Marktspiegel: „Was ist schon normal?“
  • 08.12.2016: Nürnberger Zeitung: „Plakativer Bruch des Schweigens“